Weinturmlauf 2014, So. 23. März
Donnerstag, 27 März 2014

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natürlich fehlen hier zahlreiche Läufer ...

Weinturmlauf in Bad Windsheim

… klingt irgendwie nach Frankenwein und Kuraufenthalt. Ein gemütlicher Lauf, wahlweise über 10 oder 21 km, mit anschließendem Aufenthalt in der Therme und Chancen auf den Gewinn eines Kühlschranks oder eines Spanferkelessens bei der großen Tombola. Warum nicht, dachte ich und entschied mich für die kürzere Distanz. 
Nach einer kurzweiligen Anreise, bei der uns Roger auf die vielfältigen Schönheiten des fränkischen Landlebens aufmerksam machte (danke für die kleine Landkreisrundfahrt, jetzt kenne ich die interessantesten Radstrecken J), erkämpften wir uns im Gewühl der Eingangshalle die Startunterlagen. Während unsere Walker Renate, Christiane und Roland bereits auf der Strecke waren, erschienen nach und nach Gerhard, Vicky, Radka, Jean-Phillipe, Peter, Stefan und Pia auf dem Kurparkgelände und man traf sich schließlich gut gelaunt im Startbereich. Es folgten angeregte Unterhaltungen, so dass der Startschuss für mich ziemlich überraschend kam. Auf den ersten 500 Metern ging aber sowieso nichts richtig vorwärts. Roger und Fritzi sah ich lange Zeit überhaupt nicht, da sie sich sehr weit vorne am Start eingereiht hatten und ich mich erst mal durch einen Pulk von Läufern, vorbei an Hindernissen und über Bordstein und Bankett weiter nach vorne durchkämpfen musste. Eigentlich wäre es dann ja auch gut gewesen. Ich hatte Platz, zu Roger und Fritzi würde ich sowieso nicht aufschließen können, dafür waren die beiden zu schnell, und der stetige leichte Anstieg bis zum nächsten Ort (wie auch immer der hieß, das Ortsschild ist mir entgangen) war ja nicht gerade eine Einladung zum Rennen. Andererseits  hatte ich so einige Mitstreiter bereits überholt und von denen wollte ich mich dann doch nicht mehr einholen lassen. Also flott weiter! Zumal ich damit rechnete, dass es mit den Steigungen nun ein für alle Mal vorbei sein würde, hatte mir doch eine sehr geschätzte Mitläuferin von dem superflachen Streckenprofil vorgeschwärmt. Man lernt nie aus! Rein in den Ort, schön bergab, rum um die Kurve und zur Abwechslung endlich mal wieder bergauf. Vielleicht hätte ich mir die geänderte Streckenführung von diesem Jahr doch mal vorher anschauen sollen, sie hing ja wohl irgendwo auf dem Gelände aus. Also, selber schuld. Immerhin zog sich das Feld nun zusehends auseinander, das Platzangebot war geradezu luxuriös. Mit dem 5 km-Schild auf der Höhe näherte sich der erste Versorgungsstand und ich war guter Dinge, dass der bessere Teil der Strecke nun noch vor mir lag. In der Entfernung konnte ich jetzt auch Roger und Fritzi entdecken. Schwungvoll ging es bergab und für die nächsten Kilometer blieb es sogar flach. Es hätte die reinste Erholung sein können – wenn man auf diesen 10 km-Läufen nur nicht immer automatisch so rennen würde. Natürlich kam es, wie es kommen musste. Bevor wir uns endlich dem Kurpark näherten, wurde uns noch mal ein Stein in den Weg gelegt, in Form eines kleinen Anstiegs. Das war aber nun wirklich der letzte. Gott sei Dank! An den Kilometer durch den Park habe ich nur noch vage Erinnerungen. Kurz vor der letzten Rechtskurve wies eine hilfsbereite Dame mit aufbauenden Worten allen blauen Startnummern, also uns 10ern, den richtigen Weg zum Ziel (Jean-Phillipe muss das irgendwie falsch verstanden haben J). Geschafft! Wenige Meter hinter Roger und Fritzi überquerte ich die Ziellinie. Gewöhnt an ein Lehrer-Lotterleben im 45-Minuten-Takt hatte ich es tatsächlich intuitiv geschafft, den Rahmen einer Unterrichtszeiteinheit nicht zu sprengen. Das muss die innere Lehreruhr sein, nur ja keine Minute zu lang J. Im Unterricht kommt mir eine Dreiviertelstunde allerdings nie so anstrengend vor.  
Endlich begann der gemütliche Teil des Tages. Frisch geduscht erwarteten wir die letzten unserer Halbmarathonis, also auch Jean-Phillipe, der sich kurz vor dem Ziel des 10km-Laufes noch zu einer zweiten Runde hatte hinreißen lassen. Entspannt und hochzufrieden mit den guten Ergebnissen aller Teilnehmer verabschiedeten sich die einen in die Therme, während die anderen – leider vergeblich – auf den Gewinn der Wochenendreise (oder wenigstens des Spanferkelessens) hofften. Immerhin ergatterte Vicky mit ihrer Startnummer eine Tasche und einen Wasseraufbereiter. Wenn das kein Losglück ist!
Während Pia, Stefan und Vicky ihren strapazierten Muskeln einen entspannten Therme-Abend gönnten, ließen alle anderen Walker und Läufer den Abend in der Winzerstube in Weimersheim ausklingen. An dieser Stelle noch vielen Dank an Ralph, unseren Organisator des Abendessens. Schade, dass ihr nicht dabei sein konntet. Gute Besserung auch an alle Verletzten und Kranken! 
Somit ging ein ziemlich langer Tag sehr zufriedenstellend zu Ende und die Strapazen des letztlich doch nicht ganz so gemütlichen Laufs sind auch schon lange vergessen. 

Elke