20. Prag Marathon, So. 11. Mai 2014
Samstag, 17 Mai 2014

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.. die glorreichen FÜNF (Victoria u. Heike hatten den Termin verpasst)

Die halbe Schlacht ist schon gewonnen, wenn man erkennt, dass man selber tapfer ist! *James Hemmingway 

10 Wochen haben wir uns geduldig auf den Prag Marathon vorbereitet. Besonders die langen Läufe an den Samstag Vormittagen waren nicht immer einfach zu meistern. Mit Schmerzen in den Beinen und temporären Konditionsschwächen wurde mitunter so mancher km zur Qual. Danke an Renate, welche für uns am „Alten Kanal“ die Stellung gehalten hat. Im Anschluss an unser Trainingskontingent, belohnten wir uns mit einem leichten Weizen und motivierten uns gegenseitig zum Weitermachen.
Gemeinsam mit unserem Fanclub (ein Dankeschön an Euch!!!), trudelten wir am 10. Mai, so nach und nach in Prag ein. Dank Radka verweilten wir in einem ruhigen Hotel unweit vom Zentrum. Am Nachmittag bummelten wir über die Sportexpo, rüsteten uns mit Startunterlagen, Marathon T-Shirts sowie Kohlehydrategels aus. Anschließend ließen wir uns unweit der Karlsbrücke in einem tollen Kaffeehaus nieder. Pianomusik durchflutete den Raum (Roland brachte in Erfahrung, dass es sich hierbei um den Art-Deco Baustil handelt) und die zauberhaften Törtchen mundeten vorzüglich. 
All das Schlemmern reichte uns noch nicht  und wir zogen nahtlos weiter zur nächsten Location, einem Gewölbekeller. Höhlenmalereien schmückten die Wände, Stalaktiten und Mammuts ragten von der Decke. Eigentlich wollten wir nun die kraftvollen Nudeln einverleiben, aber nachdem das Angebot diesbezüglich etwas rar war, beschlossen wir einstimmig ,dass die Kartoffel mindestens genau so viele Kohlenhydrate enthält und für innerlichen Aufschwung sorgt. 
Sonntag,11.Mai 2014, der große Tag für den“ Wahnsinn“ war gekommen. Für Gerhard war es bereits der 36., für Heike der 12., für Anke – also mich -  der 1.Marathon und manche waren fleißig am Medaillen sammeln. Bei vielen von uns spürte man die Anspannung - einige bewegte die Frage: “Wie wird der Lauf wohl werden?“ 
Die Straßenbahn fuhr uns früh am Morgen in Startnähe, wo wir uns gemeinsam mit anderen Läufern in den vorgesehenen Block einreihten. Der Startschuss viel, es erklang „Die Moldau“ von Smetana und allmählich setzten sich ca. 8000 Läufer über Kopfsteinpflaster durch die engen Gassen der Prager Altstadt in Bewegung. Ein ergreifendes Gefühl!! Jetzt waren Stunden des Laufens angesagt. Zuschauer applaudierten, rhythmische Musik heizte unsere Gemüter an. Wir liefen um und über die Moldau, dabei überspannte die wunderschöne Karlsbrücke den Fluss. Einige vom Weiherhof-Clan liefen zusammen, manche dagegen waren tapfer alleine unterwegs. Wir liefen und liefen und kamen bei gutem Laufwetter (ca. 18 Grad, Sonne und etwas Regen)  - Schritt für Schritt - dem Ziel immer näher. Dank unserer Fans am Wegesrand wurden wir immer wieder zum Weiterlaufen motiviert. Letztendlich kamen alle gut ins Ziel, manche über ihre Erwartungen hinaus, andere dagegen etwas kraftloser und enttäuschter. Viktoria lief mit zwei Schwämmen in den Händen glücklich durchs Ziel und Anke stolz mit ihren beiden Kindern. 42km waren absolviert, Respekt an Alle und ein Danke an das Leben! 
Nachdem wir dann schubweise unser Adrenalin ausgeschüttet hatten, trafen wir uns am Abend beim besten Italiener von Prag. Wir verschlangen gigantische Speisen und ölten die Kehlen mit dem guten tschechischen Bier. Lecker, lecker, lecker...hm! Allerdings umschlich uns Marathonis die Müdigkeit, so dass sich die Feierlaune etwas in Grenzen hielt. Vermutlich wird dies bei einen der nächsten großen Events nachgeholt! 
Radka verabschiedete sich noch am selben Abend, die Arbeit rief sie wieder auf deutschen Boden zurück. Ein großes Danke an die fantastische Organisatorin und Reisebegleiterin! 
Am nächsten Morgen nahmen noch einige von uns an einer Stadtrundfahrt teil. Welch ein Hochgenuss im Bus zu sitzen und die gigantische Stadt in Ruhe auf sich wirken zu lassen. 
Nachmittags sattelten wir dann die  Pferde gen Heimat. Nur ein kleiner Teil blieb - gemeinsam mit Rentner-Marathoni Gerhard -  noch einen Tag länger. 
Es war eine tolles verlängertes Wochenende mit super Erlebnissen, welche zeitlebens in Erinnerung bleiben werden! 

Eure Anke – nun ein stolzer Marathoni