Runterra, Zirndorf - Sa. 27.9.2014
Montag, 06 Oktober 2014

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... vorher - nachher

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RUNTERRA – Im Zeichen des Phönix -NEVER GIVE UP!

SAUBER WAR GESTERN – Wer weiß, wahrscheinlich war es gerade diese Werbezeile auf der RUNTERRA-Homepage, die Sigi und mich restlos von der Attraktivität der Veranstaltung überzeugt hat. Was könnte es Sinnvolleres geben, als mit Sand in den Schuhen durch den Matsch zu kriechen und auf einer Runde von 7 km 40 interessante Hindernisse zu überwinden. Im Anforderungsprofil war u.a. die Rede von „laufen, klettern, kriechen, schwimmen und über euren Schatten springen können“. Na, da waren wir beide doch prädestiniert. Für welchen Wettkampf waren wir jemals besser geeignet? Trotz hartnäckiger Werbung unsererseits auf der Suche nach potenziellen Mitstreitern, fühlte sich ansonsten niemand berufen, den „Run mit den meisten Hindernissen“ mit uns zu bewältigen. Demoralisierungsversuche erfahrener „Wolfsmänner“, die mich für „körperlich zu schwach“ und Sigi für „zu klein“ befanden, motivierten uns erst recht und so buchten wir bereits im Februar das Rundum-Sorglos-Paket für zwei Runden incl. Zusendung der Startunterlagen und Finisher-Shirt. Natürlich bedarf so ein Lauf mit „Hindernissen, die euch alles abverlangen“ auch einer rechtzeitigen intensiven Vorbereitung. Daher machte ich mich auf, im Faschingsausverkauf das geeignete Rennoutfit für uns zu suchen. Das ist schwieriger, als es klingt. Es galt, ein Kostüm zu finden, das unser seriöses Wesen untermalte, das selbstverständlich auch hübsch aussah, stofflich nicht zu schwer die Figur betonte und trotzdem Bewegungsfreiheit bot, in der richtigen Größe vorhanden war und das darüber hinaus preislich so im Rahmen blieb, dass die Entsorgung nach dem Rennen uns keine Tränen in die Augen treiben würde. Mit der Entdeckung der kurzen Nonnenkleidchen zum Ausverkaufspreis war die größte Hürde genommen und die Vorbereitung erstmal abgeschlossen. Durch seine Bemerkung „Gut, dass keiner weiß, wo ihr hingehört“, machte uns Gerhard wenige Wochen vor der Veranstaltung darauf aufmerksam, dass unserem Outfit noch etwas Entscheidendes fehlte. So ließ Sigi in leuchtendem Pink unser Lauftreff-Logo und unsere Namen auf die Kleidchen drucken. Damit waren wir bereit für RUNTERRA.  

Wie es sich gehörte bot der 27. September Spätsommer-Bilderbuchwetter vom Feinsten. Der Nachmittagshitze bestens angepasst in unseren kurzen Kostümen genossen wir Stimmung und Sonne vor dem Startschuss, gaben ein Interview, erklärten Unwissenden, wo Weiherhof liegt (überm Hügel) und machten das, was wir am besten können – Gespräche führen. Die Tücke liegt oft im Detail. So schön luftig es ist, einen Ausschnitt vorne am Kleid zu haben, so ungeschickt ist es eben auch, als hellhäutiger Mitteleuropäer denselben ständig in die Sonne zu halten. Ja, auch die Herbstsonne kann noch Rötungen in Ausschnittform aufs Dekolleté brennen.  

Gegen 15 Uhr marschierten wir in Richtung Start und absolvierten letzte Fototermine mit Sigis Jörg und unseren Weiherhofer Zuschauern. Schön, dass ihr gekommen seid!   

Dann endlich – der Startpfiff! Schießen kann jeder, hier wurde gepfiffen. Strategisch günstig positioniert, quasi in der Poleposition des dritten Startblocks, rannten wir los, entlang an Mais und Waldrand, über Trampelpfade zwischen Bäumen hindurch bis zu einer Wiese mit kreuz und quer in Kniehöhe gespannten Flatterbändern, die unterkrabbelt werden mussten. Keine wirkliche Herausforderung, aber ein Anfang. Nach dem Übersteigen einiger weniger Baumstämme war der erste Kilometer bereits geschafft und wir beide immer noch blütenrein sauber. So durfte es nicht weitergehen, wir hatten schließlich Matsch, Dreck und Wasser gebucht. Hoffnung keimte auf, als es durch eine schlammige Kurve ging und tatsächlich, kurz darauf standen wir vor der ersten kleinen Herausforderung: Nr. 5 „Lost & Found“. Beim Anblick so mancher Hindernisse erklärte sich deren Name von selbst. Warum Nr. 5 „Lost & Found“ hieß, erschloss sich mir persönlich erst auf den zweiten Blick, nämlich bei der praktischen Erprobung. Es galt, hintereinander zwei Gruben zu durchqueren, deren unterste 50 Zentimeter mit Wasser gefüllt waren. Um nicht über zwei Meter tief in „unbekanntes Gewässer“ springen zu müssen, landete man zunächst auf einer matschigen Stufe. Hier steckte mal wieder die Tücke im Detail. Elegant gelang uns die Zwischenlandung. Doch während Sigi problemlos ins Wasser hüpfte und sich an den Wiederaufstieg machte, schaffte ich es zwar ins Wasser, mein linker Schuh jedoch nicht. Der hatte sich formvollendet und in geschlossenem Zustand vom Fuß getrennt und steckte bis zum Rand im Matsch, aus dem ich ihn nur durch vehementes Ziehen und Zerren wieder befreien konnte. Der Aufstieg auf einem Schuh und einer Socke gelang mir aber gut und von da an waren auch keine weiteren Verluste mehr zu beklagen.  

Vollständig beschuht ging es also voran, auf allen Vieren über Sandberge, im Laufschritt durch die „Wüste Gobi“ oder mit und ohne Sandsack durch Gewässer verschiedenster Tiefe, Farben und Gerüche. Namen wie z.B. „Indul Drecksbrüh“ für Hindernis Nr. 23 dürfen dabei durchaus wörtlich genommen werden. Wir sprangen in Container hinein und wieder heraus, gerne auch mit Unterstützung äußerst hilfsbereiter Jungs. An dieser Stelle sollte vielleicht auch mal erwähnt werden, dass es durchaus Hindernisse gab, die absichtlich so gebaut waren, dass sie nur mit Hilfe anderer Mitstreiter überwunden werden konnten. Sämtliche mitlaufenden Männer erwiesen sich dabei spontan als uneigennützige Trittbrettsteller und mussten in dieser Position sicher so manchen Fuß im Gesicht oder Tritt gegen den Kopf wegstecken, von der ruinierten Laufzeit ganz zu schweigen. Großes Kompliment für so viel Sportlichkeit!   

Sigi und mich hielt nichts auf, weder Reifenstapel (die man auch durch rückwärtiges Abrollen über die Schulter überwinden kann) noch Autos, Palettenhürden, Steinpfade oder die „Klagemauer“. Unter Gittern durch den Dreck zu robben erhielt so klangvolle Namen wie „Bück dich 1“ und „Bück dich nochmal“!! und hinter „Reifenwäsche“ verbarg sich der Sprung durch einen Traktorreifen hinein in die nächste künstlich angelegte braune Brühe. Was für ein Spaß!!   

Zwischendurch blieb immer wieder Zeit für ein kurzes Gespräch oder ein schnelles Foto. Danke an unsere Streckenfotografen! Ihr habt lange ausgehalten, obwohl ihr von dem ganzen Vergnügen wenig hattet und euch lediglich die Zuschauerrolle blieb.   

Unsere Kostüme erwiesen sich als ausgezeichnete Wahl. Leicht und luftig machten sie jeden Schmarrn mit. Lediglich der „Bombentrichter“ war etwas zu viel für die Seitennaht. Beim Überwinden eines Überhangs am oberen Ende eines Steilhangs machte sie die Grätsche. Aber wer braucht schon eine intakte Seitennaht am Kleid. So was wird ja völlig überbewertet.  

Unsere Lieblingshindernisse sollten erst kurz vor Ende der Runde kommen. An einer etwas breiteren Stelle durchquerten wir die Bibert zum ersten Mal. Nach einem Sprung in unbekannte Tiefe konnten wir beide nach wenigen Schritten durchs brusttiefe Wasser waten. Das absolute Highlight jedoch war der „Splash Jump“. Über eine breite gebretterte und mit Folie bespannte Rutsche, die ein Helfer permanent mit Wasser übergoss, schlitterten wir zum zweiten Mal in die Bibert und jetzt half nur schwimmen. Die Schnur, mit deren Hilfe man sich auch durchs Wasser hätte ziehen können, entdeckten wir erst, als wir am anderen Ufer angekommen waren. Aber wozu hatten wir schließlich mal schwimmen gelernt. Meine Kenntnisse aus dem Kraulkurs wollte ich allerdings lieber nicht anwenden. Hier tat es auch die Stockentenatmung.   

Ein paar letzte Hindernisse standen noch zwischen uns und dem potenziellen Ziel, dann hatten wir die ersten 7 km hinter uns. Ich glaube, Sigi und ich sind uns einig, dass wir nach dieser abwechslungsreichen und absolut lustigen ersten Runde auf keinen Fall auf die zweite verzichten wollten. Schon die Aussicht auf ein weiteres Bad in der Bibert war weitere 7 km wert.   

Eine Stunde später bogen wir schließlich nach insgesamt 2 Stunden und 45 Sekunden in die Zielgerade ein, wo ein Fotograf sofort ein authentisches After-Run-Foto schoss.  

Der Einfachheit halber ließen wir die Kostüme gleich beim Auto und machten uns in der Unterwäsche auf den Weg zum Duschen. Mit den kalten Gartenbrausen am Straßenrand entfernten wir den gröbsten Dreck, was mir ja schon fast ein bisschen leid tat. Solch eine beneidenswerte Bräune werde ich auch mit noch so exzessivem Sonnenbaden nie wieder an meine Beine bekommen. Eine Dreiviertelstunde später waren wir sauber (zumindest oberflächlich), trocken und gestylt für die After-Run-Party. Bis 22.15 Uhr vertrieben wir uns die Zeit mit der Rockband „Just for Fun“, Gesprächen am Lagerfeuer, Nahrungsaufnahme und Siegerehrung. 
 
 

Als Fazit einer für uns Läufer absolut gelungenen Veranstaltung nehmen wir mit: 
-       Das war nicht der anstrengendste aber sicher mit Abstand lustigste Lauf, den ich bisher gemacht habe. 
-        Ohne Gedanken an die Zeit zu laufen, ist auch mal richtig entspannend und lässt die Strecke von Anfang bis Ende genießen. 
-        Nächstes Jahr sind wir wieder dabei. Wir freuen uns über Mitstreiter. 
-       Wir müssen uns rechtzeitig um ein neues Outfit kümmern.  
 

Apropos Outfit, auch hier haben wir das Motto der Veranstaltung wörtlich genommen und es hat sich gelohnt:   

„Never give up“ was die Klamotten betrifft, denn „Sauber war gestern“ – aber heute auch:

Image  Ja, was weiß aussieht, ist auch weiß!


In diesem Sinne, immer schön sauber bleiben!

Eure Elke