31. Haspa Marathon Hamburg
Montag, 18 April 2016

Image

Mixed-Staffel der Running-Rockets
... der hohe Norden lockte an die 20.000 Teilnehmer, 
darunter auch 3 Weiherhof-Einzelkämpfer und eine 4er-Staffel 

Die magischen "unter vier Stunden" wurden endlich geknackt

2011 war ich das erste Mal in Hamburg um den Marathon zu laufen und dieses Jahr wieder.
Anreise war am 16.4. mit dem ICE
Elke kam mit dem Flieger; war natürlich schon vor uns da und wartete bereits auf uns.
Das Hotel, das uns Renate gebucht hatte, befand sich direkt gegenüber dem Bahnhof, so mussten wir unsere Koffer bzw. Taschen nur über die Straße zum Hotel tragen.
Um 14 Uhr durften wir unser Zimmer beziehen, das recht finster erschien und hellhörig war. Zumal der Hinterhof dem eines Knastes glich. Jörg, der zufällig einen gestreiften Pulli an hatte, passte geradewegs dazu. Aber es hatte auch etwas lustiges, denn wir Weiherhöfer guckten alle aus den Fenstern und fotografierten uns gegenseitig.
Am gleichen Tag holten wir unsere Startunterlagen ab. Am Abend sind wir dann gemeinsam zum Italiener um Kraft zu tanken für den morgigen Tag. Ich ging ca. 22 Uhr schlafen, vorher habe ich noch meine Laufsachen vorbereitet.
Frühstück gab es schon ab 6 Uhr, das sehr reichlich und lecker war. Aber das nützte mir schließlich an diesem Tag nichts, denn ich konnte nur ein Brötchen zu mir nehmen. Um halb acht trafen wir uns an der Rezeption. Jürgen und Angela dagegen konnten noch länger schlafen, da sie als dritter und vierter Läufer der Vierer-Staffel mit Elke und Vicky, die schon mit uns losgegangen waren, starteten.
Siebzehntausend Läufer reihten sich in den verschiedenen Blöcken ein. Gerhard und ich mussten zum Block F, wobei Kim in E startete. 
Bei wechselhaftem Wetter von 7 Grad fiel um 9 Uhr der Startschuss.
Voll motiviert und mit gutem Gefühl lief ich mit Gerhard über die Startlinie.
Die Kilometer zogen an mir vorbei, Gerhard war immer ein paar Schritte hinter mir bis er zu mir sagte, ich könne doch loslaufen, wenn ich schneller bin. Aber das traute ich mir nicht zu, denn ich hatte noch circa 30 Kilometer vor mir.
Nach ungefähr 2 Stunden verspürte ich ein Hungergefühl und biss ein paarmal in eine Banane, dank der ich mit zugekniffenen Pobacken ein Dixi-Klo
aufsuchen musste. Schnell, schnell …. voller Schwung stieß ich mit dem Fuß die Tür auf - sprang heraus, hastig schnürte ich noch meine Hose zu.
Nun sah ich auch Gerhard wieder vor mir der sich wunderte, wo ich auf einmal herkam. Kurz zusammen gelaufen machte jeder sein eigenes Tempo, denn Gerhard bekam Probleme mit der Achillessehne und seiner Hüfte. 
Nach 2/3 des Laufes dachte ich, ich könnte das Tempo nicht mehr beibehalten - „werde ich dieses Mal die 4 Stunden-Marke knacken“? Endlich sah ich Markus und Jörg bei 30 Kilometer stehen. Jörg drückte mir kurz darauf ein Power Gel in die Hand, das von Kim noch übrig war. 2 Kilometer lang umklammerte ich das Gel bis ich es schließlich zu mir nahm. In war überzeugt, es musste wirken, denn es hatte mein Mann in seiner Hand gehalten (komisch, was man sich da alles so einredet).
Erstaunlicherweise hatte ich wieder richtig viel Power bis ich zwei Kilometer vor dem Ziel noch eine Bruchlandung hinlegte. Nette Leute halfen mir schnell wieder auf die Füße. So rannte ich die letzten 2 Kilometer - bis zum bitteren Ende - und schaffte trotz der ganzen Pannen eine Zeit von 3:58:19 Stunden.
Voller Stolz lies ich mir die Medaille umhängen. Ich war so glücklich meine neue Bestzeit unter 4 Stunden endlich geschafft zu haben.
Ein Dankeschön auch an Markus, Armin, Renate und natürlich meinen Mann Jörg. Ohne euch hätte ich das nicht geschafft! Euch an der Strecke stehen zu sehen hat mich richtig beflügelt.

Eure Rennmaus Sigi