Quelle-Challenge 2005 Das Triathlon-Spektakel
Samstag, 16 Juli 2005
ImageEs fing alles mit einem Fernsehbericht vor etwa 15 Jahren an. Eurosport berichtete LIVE vom IRONMAN EUROPE, der in Roth ausgetragen wurde. IRONMAN, d.h. 3,8km schwimmen, 180km Rad fahren und 42,195km laufen. Und das an einem Tag, ohne Pause! Begeistert von diesem Event und der Sportart ließ mich der Gedanke nicht mehr los, einmal in meinem Leben Teilnehmer dieser Veranstaltung zu werden. Am 03.07.2005 war es dann so weit:

Rudi Böhm (Tischtennisabteilung und Radsportgruppe) und ich, Thilo Hergenröther (Tischtennis und Lauftreff), starteten als Staffel des SV Weiherhof. Nachdem wir noch eine Schwimmerin brauchten und ich im Verein nicht fündig wurde, rekrutierten wir hier eine Gast-Sportlerin vom Radlexpress Feucht Tanja Solfrank. Leider musste Sie wegen Krankheit absagen und so startete Ihre gleichstarke Schwester Sandra für uns. Danke schön noch mal!

Wir bereiteten uns alle intensiv auf dieses Ereignis vor und die Vorfreude war riesengroß. Als dann auch noch eine weitere Sportlerin des Lauftreffs, Katja Gehrung, im Team Radio Aladin gemeldet wurde, war die Trainingsgruppe komplett. Leider musste auch Sie krankheitsbedingt absagen und Christian Brauner (Tischtennis und Lauftreff) sprang für sie kurzfristig ein.

Der Wettkampftag war dann ein tolles Erlebnis. Der Schwimmstart war „Gänsehaut-Feeling“ pur. Man kann die Stimmung mit Worten nicht beschreiben, deswegen versuche ich es noch nicht einmal. Ich kann nur jedem empfehlen, unbedingt als Zuschauer mal dabei zu sein. Nach 59 Minuten war unsere Schwimmerin aus dem Wasser und gab den Chip für die Zeitmessung (gleichzeit „Staffelstab“) an Rudi Böhm, der zum ersten Mal in seinem Leben einen Radwettkampf fuhr. Nach 90km schlug dann die Bombe ein. Wir rechneten in der Vorbereitung noch vorsichtig mit 6:30 Stunden für die 180km (also 3:15 Stunden für 90km), hofften aber auf eine Zeit, die ein wenig besser sein würde. Als Rudi dann aber nach 2:45 Stunden die ersten 90km gefahren war, verschlug es uns den Atem. Das entspräche einem Schnitt von 33 km/h! Ich als Läufer wurde nach dieser Information richtig nervös, sollte ich doch nach ihm starten! Seine Zwischenzeit würde ja bedeuten, dass ich 1 Stunde früher an den Start müsste. Leichte Hektik kam auf!

Nun! Es kam leider anders als erhofft. Rudi aß einen Powerriegel und „verschluckte“ sich im wahrsten Sinne des Wortes an ihm. Nach einigen Pausen und leerem Magen schleppte er sich jedoch kämpferisch in die Wechselzone und übergab nach 6:17 Stunde Fahrzeit den „Staffelstab“. Natürlich war er mächtig enttäuscht, hatte er sich doch extra noch Kraft für die 2. Runde und einen furiosen Endspurt aufgehoben. Beim nächsten Mal, Rudi!

Ziemlich genau um 15:40 ging ich dann also endlich auf die Laufstrecke. Die ersten Kilometer ging ich, getragen von der eigenen Euphorie und von der Stimmung an der Strecke, viel zu schnell an. Dann aber gelang es mir, mein Temperament zu zügeln und meinen „Marschplan“ einzuhalten. Immer wieder sah ich Freunde und Fans am Streckenrand. Ehrlich gesagt sah ich sie eigentlich in den meisten Fällen erst, nachdem ich Ihre anfeuernten Rufe hörte. Die Stimmung, auch der anderen Zuschauer, war einmalig und trieb mich immer mehr an. Highlight war dann, als mich eine Eskorte von 5 (!!!) Fahrrädern, alles Mitglieder des SV Weiherhof, begleitete. Irgendwie war mir das aber auch peinlich.

Kurz vor dem Ziel wurden die Menschenmassen noch größer, die übrigen Staffelmitglieder warteten auf mich und wir liefen die letzten Meter gemeinsam auf die Ziellinie zu. Der Einlauf ins Triathlonstation war dann der krönende Abschluss meines schönsten Wettkampfs. Ich lief, das realisierte ich erst hinterher, den Marathon in 3:36:52 Stunden und verbesserte damit meine bisherige Bestleistung um über 20 Minuten. Insgesamt kamen wir in 10:56:11 Stunden auf den 292. Platz (von 500 Staffeln), in der Mixwertung sogar auf den 70. Platz von 140.

Chrissi beendete seinen Lauf übrigens nach 3:35 Stunden, was für seine Ansprüche sicher keine Topzeit ist. Man muss aber bedenken, dass man in 2 Wochen keine vernünftige Marathonvorbereitung hinbekommt. Außerdem hatte er ein bisschen Pech mit seinen Teamkollegen. Zunächst rannte sein Radfahrer planlos in der Wechselzone umher und fand Chrissi erst nach 6 Minuten, und dann stand seine Staffel eben nicht an dem vereinbarten Staffel-Meetinpoint kurz vor dem Ziel, so dass er nochmals umdrehen musste und diese suchen durfte. Empfehlung: Mit dem SV Weiherhof wäre Dir das sicher nicht passiert! ;-)