Senioren-Europameisterschaft im Halbmarathon
Montag, 21 Mai 2007

Es fing eigentlich ganz harmlos an, als mir Angelika erzählte, dass dieses Jahr die Senioren-EM in Regensburg, also Deutschland, stattfindet. Na und? Was geht mich das an. Ich bin 37!!! So ähnlich dachte ich zumindest darüber, in der richtigen Annahme, dass mich Angelika auf diesem Weg fragen wollte, ob ich da mitmache.

Nun! Senioren beginnen bereits mit 35 und ich sei startberechtigt. Upps! Ich? Auf einer Europameisterschaft? Da haut es mir ja den Vogel raus. ;-)

OK!

Also anmelden! Ich werde nicht der Einzige aus dem Verein sein und so gibt es sicher ein schönes Gemeinschaftserlebnis.

Am Sonntag morgen fuhren wir dann nach Regensburg. Es sollte ein warmer Tag werden. Naja! Um ehrlich zu sein, es sollte ein heißer Tag werden.

Pünktlich um 9:45 Uhr kam dann auch der Startschuß und wir reihten uns, weil es ja eine Nettozeit geben würde, lieber hinten ein. Bei einer EM sind sicher ganz viele schnelle Läufer dabei, die wir "Eventläufer" nicht behindern wollen.

Der Lauf selbst war schön, wenn auch heiß. Die Strecke war recht schön und auch einigermaßen flach, was mir sehr entgegen kam. Schlußendlich hatte ich einigen Trainingsrückstand. Angelika, Norbert und Gerhard liefen von Anfang an schon langsamer und so zogen Roger und ich immer weiter davon. Bei Kilometer 8 dann etwa die Überraschung. Roger sagt zu mir, dass ich allein weiter laufen soll. Er muss Tempo rausnehmen. OK! Mach ich, denke mir aber, dass Roger sicher nicht viel langsamer ist. Aber gut! Wenn er meint.

Bei Kilometer 10,5 dann die Wende, dicht hinter mir immer noch Roger. Bei Kilometer 12 etwa kommen mir Angelika und Norbert entgegen und ich grüße freundlich. Kurz darauf höre ich Roger hinter mir grüßen. Ich muss lachen, drehe mich um und frage ihn, ob wir nicht doch wieder gemeinsam laufen sollten. Er verneint! OK! Er wird wissen was er tut.

Dann konzentrierte ich mich auf einen Sportler aus Italien und einen weiteren Sportler aus Deutschland, die knapp vor mir liefen, aber wohl gerade etwas das Tempo anzogen. Ich folgte Ihnen. Ich möchte hinzufügen, dass der eine in der M65 und der andere M55 starteten. Aber was solls! Ich folgte unauffällig und versuchte dran zu bleiben. 

Die beiden wurden immer schneller, dachte ich, aber die Kilometerzeiten waren nur minimal besser geworden. Bei Kilometer 14/15 etwa ging der Deutsche dann endgültig in Führung und der Italiener musste abreisen lassen. Ich folgte dem Deutschen und ging auch immer wieder mal in Führungsarbeit, was er irgendwie nicht zulassen wollte. Vielleicht dachte er, daß ich ihn überholen wollte und das wollte er sich nicht gefallen lassen. Naja! Jedenfalls ging das dann so eine Weile hin und her, bis wir an eine Brücke kamen. Ich lief kraftvoll die leichte Steigung hinauf und versuchte den Schwung mitzunehmen und das Tempo bergab zu steigern und zu halten. Es gelang mir, nur leider konnte meine liebgewonnener Altersathlet nicht folgen. 

Ich konnte und wollte nicht auf ihn warten und so lief ich mit großen Schritten immer schneller. 3 Kilometer etwa konnte ich dieses sehr (!!!) hohe Tempo halten, bis ich meinem Trainingsrückstand Tribut leisten musste. Nix ging mehr. Ich wurde immer langsamer. Und zu allem Überfluß kam hinter mir bereits das Führungsfahrzeug des "normalen" Halbmarathons, der 30 Minuten hinter uns gestartet war. Soooooo schnell fuhr das Auto eigentlich gar nicht und ich überlegte schon, ob ich mich eine Weile anhängen sollte, wenn der Führende vorbei käme. Ein lächerlicher Gedanke, denn soeben "flog" der führende Kenianer an mir vorbei. 

OK! Dann eben alleine weiter! ;-)

Ich kämpfte mich also ins Ziel und bestaunte das tolle Publikum und meine neue Bestzeit. Handgestoppte 1:37:01, in der Ergebnisliste wird eine 1:37:27 stehen, weil es auf Meisterschaften eben nur Bruttozeiten gibt. Hätte uns das mal einer am Start gesagt, wir hätten nicht so getrödelt beim Gang über die Startlinie.

Kurz nach mir kam dann auch gleich Roger rein. 1:39 war unter den gegebenen Umständen (hatte ich schon erähnt, dass es heiß war?), eine passable Zeit. Kurz danach kam dann auch schon Gerhard mit einer 1:42. Norbert kam nach 1:52 rein und Angelika hat sich mit einer Zerrung ins Ziel geschleppt und trotzdem noch eine 1:55 erzielt.

Beim "normalen" Halbmarathon sind dann übrigens auch noch Heinz, Ulli, Dirk, Klaus, Julia, Melanie D. und Martina gesichtet worden. Alle klagten, dass es zu heiß war. Echt? Ist mir gar nicht aufgefallen. ;-)

Insgesamt war das eine sehr schöne Veranstaltung, die auch gut organisiert war. Die Verpflegung war zwar etwas mau, aber dennoch...! Regensburg, wir werden wieder kommen.

THILO