Ganswanderung, Samstag 10. Nov. 2007
Montag, 19 November 2007

Ganz schön feucht und mit 1,5 Grad über dem Gefrierpunkt nicht gerade das ideale Wanderwetter, so zeigte sich der Samstag von seiner schaurig, herbstlichen Seite.

Nichts desto trotz hatten sich um 10:00 Uhr zahlreiche Unerschrockene am  Cadolzburger Bahnhof eingefunden, welche ich hier aber nun nicht alle einzeln aufführen möchte. Unser „Kommandeur, nebst seiner Adjutantin, hatten weder bei der Auswahl eines geeigneten Wanderziels, noch beim Streckenverlauf und schon gar nicht bei der Wahl des Wirtshauses etwas dem Zufall überlassen. In zeitaufwändigen „Selbstversuchen“ wurde nach der optimalen, begehbaren Verbindung gesucht und – wie bei Hänsel und Gretel – Wegmarkierungen ausgelegt bzw. hinterlassen. Als etwas weniger aufopferungsvoll können wir sicherlich das Probeessen einstufen. Dennoch mussten Speise- und Preisverhandlungen geführt werden, sowie Zeitvorgaben besprochen werden. Klar, daß man nicht mal eben mit 25 Leuten angeschneit kommen kann. Für unser Survivaltraining befanden sich so wichtige Dinge wie: Jägermeister, Goldwasser, Küstennebel und die verschiedenartigsten Plätzchen in den Rucksäcken. Die ganze Nacht lang hatte es reichlich geregnet und es war kein Ende abzusehen. So verwandelten sich die ursprünglich bestens geeigneten Wanderwege in teilweise lehmig-matschige Trampelpfade. Das Wasser hatte sich bei dem zweistündigen Freiluftaufenthalt erbarmungslos seine Schleichwege in beinahe jedes Material gesucht. Das Ergebnis: feuchte Füsse, nasse Hosen, vollgesaugte Jacken und tropfende Handschuhe. Nur seltsam, bei der Aussicht auf einen leckeren Gänsebraten scheint das niemanden wirklich gestört zu haben. Im Wirtshaus angekommen, bildete sich unter der Garderobe eine stattliche Pfütze. Sicher hing an den Gaderobenhaken für die nächsten 3 Stunden weit mehr, als das zulässige Höchstgewicht. Glücklicherweise brachen weder Wand noch Holz unter dieser Last zusammen. Am nun folgenden Bewirtungsablauf hatte – soweit ich es beurteilen kann – keiner etwas auszusetzen. Gut, es konnte schon mal vorkommen, daß die „Zweitbier“-Bestellung nicht auf Anhieb klappte, aber hierbei handelte es sich wirklich um verzeihbare, kleine Servicemakel. Die Qualität und auch die Quantität der Speisen wurden rundum gelobt. Diejenigen, die in den Genuss eines Beilagensalates kamen, durften sich über den Einsatz von frischer Ware – nicht wie leider häufig verarbeiteter Konserven – freuen. Hausgemachte Kuchen – eine Selbstverständlichkeit und der cremige Cappuccino professionell oder besser – ein Traum. Klar, daß man nach einem Gänsebraten immer einen, oder zwei Verdauungsschnäpse braucht. Kein Problem, da die Getränkepreise ebenfalls als sehr bodenständig bezeichnet werden können. Tja, nun möchten diejenigen, die nicht dabei waren natürlich zu gern wissen wo sich dieses vielgelobte Wirtshaus befindet. So einfach geben wir unser Geheimnis aber nicht preis. Folgende Hilfestellung: das Wort beinhaltet 3 Suchbegriffe. A) es beginnt mit der veralteten, historischen Bezeichnung für „Verwalter“, dem füge man noch ein s an, B) sie verfügen über sehr viel Geld (wenn man‘s materiell betrachtet), C) fließendes Wasser – so, daß muss reichen – ups, schon wieder ein Tipp. Auf dem Rückweg waren wir nur noch sieben Mann. Ähm, besser gesagt wir Frauen klar in der Überzahl, da zu Fünft ! Rechtzeitig, d.h. kurz vor Einbruch der Dunkelheit, trafen wir wieder am Ausgangspunkt – Cadolzburger Bahnhof – ein. Ich kann nicht beurteilen, wie es in den Jahren vorher war, aber Jochen und mir hat die Ganswanderung 2007 sehr gut gefallen.                              

 

 

Heike